Online-Zugriffe der Top-Nachrichtenangebote Österreichs 2018

2018 entwickelte sich für krone.at und kurier.at sehr positiv, durchwachsen für ORF.at, klar negative Trends für derStandard.at

Wie verlief das Medienjahr 2018 für österreichische Nachrichtenseiten im Web? Wer sich mit dieser Frage beschäftigt, muss sich mit unzähligen Metriken auseinandersetzen. Um dennoch einen Vergleich zu ermöglichen werden in diesem Blogeintrag die Entwicklungen von Unique Clients und Visits der Top-3-Nachrichtenangebote wie sie in der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) angeführt sind, gegenüber gestellt. Da es um Platz 3 ein gewisses Gerangel gibt, ist in diesem Ranking auch der viertplatzierte, nämliche KURIER.at, angeführt.

Unique Clients sind die Anzahl der Endgeräte, von denen auf eine Website zugegriffen wird. Visits hingegen sind die zusammenhängenden Zugriffe der User auf ein Online-Angebot.

Zum Vergleich werden die Zahlen der Einzelangebote, also der einzelnen Domains von Nachrichtenseiten herangezogen. Dachangebote umfassen hingegen oft mehrere Einzelangebote: So verstecken sich unter dem Dachangebot der Verlagsgruppe Styria unzählige Einzeltitel – von KleineZeitung.at bis hin zu miss.at. Über Stärke oder Schwäche einer (Online-)Redaktion sind Vergleiche der Einzelangebote also aussagekräftiger als jene von Dachangebote .

Wichtiger Hinweis: Im Sommer 2018 stellte die ÖWA ihre Messmethode um. Seither sind die Ergebnisse laut ÖWA nicht direkt mit jenen des Vorjahres vergleichbar. Da allerdings alle Online-Angebote von derselben Änderung gleichermaßen betroffen sind, lassen sich Trendlinien erkennen.

Vergleich nach Unique Clients

ORF.at

Für ORF.at, den unangefochtenen Führer der Nachrichtenangebote in Österreich, beginnt das Jahr fulminant. Im Juni 2018 kann sich das Einzelangebot des österreichischen Rundfunks über mehr als 20 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Juni des Vorjahres freuen. Danach geht es allerdings bergab. Ab Oktober muss ORF.at Verluste nach Unique Clients hinnehmen – auch wenn sich diese mit rund zwei Prozent pro Monat in Grenzen halten.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr

 

krone.at

Krone.at konnte im Jahr 2018 seinen zweiten Platz im Ranking verteidigen und ausbauen. Das Online-Portal der größten Boulevard-Zeitung Österreichs kann nach Unique Clients in den ersten Monaten des Jahres 2018 zweistellige Zuwächse verzeichnen. Negative Ausreißer sind der April und der November, in denen es – verglichen mit den Vergleichsmonaten des Vorjahres – ein Minus gibt.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

derStandard.at

Einen klar negativen Trend hat das Einzelangebot von derStandard.at im Jahr 2018 zu verzeichnen. Beginnt das Jahr im Jänner noch mit einem Zuwachs von 16,4 Prozent Unique Clients im Vergleich zum Jänner 2017, so schwächt sich das Wachstum rasch ab. Ab Sommer dreht der Trend ins Negative und derStandard.at verliert Unique Clients. Im Juni zunächst noch ein überschaubares Minus von 0,2 Prozent, bis im November vergrößert sich der monatliche Verlust aber auf fast 20 Prozent weniger Unique Clients im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat.

Die Verluste wirken sich auch auf das Ranking bei den Dachangeboten aus. Das Dachangebot des Kurier überholt 2018 das Dachangebot des Standard mehrfach. Bei den Einzelangeboten liegt kurier.at noch auf Platz 4, kommt derStandard.at aber gefährlich näher

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kurier.at

Besonders erfreulich entwickelte sich das Jahr 2018 für kurier.at, das Einzelangebot wuchs unter den vorgestellten Online-Nachrichtenseiten am stärksten. Die Zuwachsraten waren fast im gesamten Jahr im zweistelligen Bereich. Im September konnte kurier.at sogar 44,7 Prozent mehr Unique Clients verzeichnen als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr

 

Vergleich nach Visits

ORF.at

Gemessen nach Visits verlief die erste Jahreshälfte für ORF.at erfreulich, ab August trübt sich das Wachstum jedoch ein und das größte Online-Nachrichtenangebot des Landes muss Verluste verzeichnen.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

krone.at

Wie schon bei den Unique Clients kann krone.at auch bei den Visits fast im gesamten Jahr hohe Zuwächse verzeichnen. Einzig im August muss man ein Minus von 2 Prozent hinnehmen.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

derStandard.at

Die Entwicklung, die bei derStandard.at bereits bei den Unique Clients zu beobachten war, ist auch bei den Visits zu sehen: Mit Jahresbeginn schwächst sich das Wachstum schrittweise ab, ab Sommer drehen die Visits ins Minus. Der (vorläufige) Tiefpunkt ist im Oktober 2018 erreicht, in dem 21,1 Prozent weniger Visits auf der Seite landen als im Oktober 2017. Auch zu Jahresende noch hohe zweistellige Verluste.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

kurier.at

Kurier.at beginnt das Jahr 2018 mit starken Zuwächsen bei den Visits. Mehr als 54 Prozent Zuwächse kann das Online-Portal im Februar verzeichnen. Diese sehr hohen Zuwachszahlen konnte Kurier.at nicht halten, aber dennoch weiterhin stark wachsen – einzige Ausnahme: Minus 6 Prozent im Oktober.

Alle Angaben in Prozent. Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr.

Autor: Stefan Binder.
Veröffentlicht am 29.4.2019

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